Eine Fahrschülerin aus Soest scheiterte am Dienstag, 27. November, bei dem Versuch, sich mit modernster Technik durch die theoretische Führerschein Prüfung zu schummeln. Wie der Westfälische Anzeiger sowie die Polizei berichten, fiel die Frau zunächst durch sehr weite Kleidung auf. Als sie von der angerückten Polizei durchsucht wurde, stellten die Beamten fest, dass sie verkabelt war. Offenbar flüsterte ihr ein Komplize die Antworten auf die Prüfungsfragen über einen Mini-Kopfhörer zu.

Mit Knopf im Ohr und Kamera

Eine Fahrschülerin aus Soest hatte offenbar so große Angst, den Theorie-Test nicht zu bestehen, dass sie zu besonders extremen Mitteln griff. Laut dem Bericht des Westfälischen Anzeigers hatte sich die 29-Jährige vor dem Test verkabelt und trat sie mit Knopf im Ohr und versteckter Kamera an.

Der Plan der 29-Jährigen: Mit der Kamera die Prüfungsfragen abfotografieren und die Antworten via Kopfhörer vorgesagt bekommen. Symbolbild: imago/Becker&Bredel


Wie in einem schlechten Film

Die Frau fiel einem Mitarbeiter des Soester TÜVs durch ihre “sehr weite Kleidung” auf. Die daraufhin verständigte Polizei holte die 29-Jährige aus der Prüfung heraus. Eine Beamtin durchsuchte die Fahrschülerin und entdeckte unter ihrem weiten Hemd eine versteckte Kamera.

Der Helfer, der offenbar über das Handy mit der 29-Jährigen in Kontakt stand, blieb bisher unbekannt. Symbolbild: imago/Westend61

Die Kamera war über ein Kabel mit einem Sender verbunden, der mit Klebeband am Unterschenkel der Frau befestigt war. Am anderen Bein trug die 29-Jährige ein Handy, das via Bluetooth mit einem Mini-Kopfhörer in ihrem Ohr verbunden war.

Keine juristischen Konsequenzen

Den Führerschein kann sich die Fahrschülerin erst einmal abschminken, wie die Polizei gegenüber dem Westfälischen Anzeiger erläuterte. Mit strafrechtlichen Konsequenzen müsse sie zwar nicht rechnen – rechtlich lege kein Betrugsversuch vor.

Womöglich blüht der Fahrschülerin jetzt der “Idiotentest”. Symbolbild: imago/imagebroker

Dennoch werde die Straßenverkehrsbehörde über den Vorfall informiert. Deshalb ist damit zu rechnen, dass die 29-Jährige zunächst eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) – umgangssprachlich auch “Idiotentest” genannt – ableisten muss.


Kein Betrugsfall?

Nach Paragraph 263 des Strafgesetzbuches macht sich des Betrugs strafbar: “Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält.”