Am Dienstag bot sich den Zuschauern im Azadi-Stadion in Teheran ein Anblick, den es so seit über 30 Jahren nicht gegeben hat. Beim Länderspiel der iranischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Bolivien saßen etwa 100 Frauen im Publikum. Doch der Hoffnungsschimmer, dass das Stadionverbot für Frauen nun endgültig aufgehoben wird, ist nun verflogen. 

Zeitlose Gesetzgebung des Klerus

Die Gesetzeslage im Iran ist nach wie vor maßgeblich von schiitischen Lehren geprägt, deren Vertreter die Politik und Gesellschaft dominieren. Obwohl viele Gesetze einem Großteil der Menschen als unangemessen erscheinen, hält der Klerus an seinen jahrtausendealten Lehren fest:

“Der erzkonservative Klerus im Land ist der Ansicht, dass islamische Frauen in Fußballstadien mit frenetischen männlichen Fans und vulgären Slogans nichts zu suchen hätten.” (Welt.de)

Dementsprechend herausragend ist es, was sich am letzten Dienstag im Azadi-Stadion ereignete. In der Vergangenheit waren sowohl der iranische Fußballverband, das Sportministerium und sogar Präsident Hassan Ruhani vergeblich bemüht, die Gesetzgebung in eine modernere Richtung zu bewegen.

Frauen halten ein Plakat zur Unterstützung des Stadionbesuchs der Iranischen Frauen hoch. Quelle: Imago/SvenSimon

Ein Anfang

Auf Antrag des iranischen Fußballverbandes hatten die Behörden der Teilnahme weiblicher Zuschauer zugestimmt. Die zugelassenen Frauen waren unter anderem Angehörige der Spieler, Angestellte des Fußballverbandes und Spielerinnen aus der Frauen-Fußballnationalmannschaft. Ironisch, mag man denken, dass diese Damen, deren Leben maßgeblich mit Fußball zu tun haben, zu einem Spiel ihrer eigenen Herrenmannschaft keinen Zutritt erhalten – bis jetzt. Aber so ist leider die Gesetzgebung. Andere weibliche Fans baten leider vergeblich um Einlass.

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