Die Reaktion der Bahn

Inständig hofft er, dass sich die Bahn verständnisvoll zeigt und von der Forderung absieht. Doch wie das Hamburger Abendblatt berichtet, stirbt diese Hoffnung fünf Tage später, als eine Angestellte der S-Bahn Hamburg antwortet, dass die Forderung der Bahn zu Recht besteht und Brems den Betrag überweisen soll.

Fahrräder dürfen sich in Hamburg zwischen 6 und 9 Uhr nicht im fahrkartenpflichtigen Bereich befinden. Symbolbild: Pixabay

Nicht weniger perplex bezeichnet der Fahrradfahrer das Verhalten der Bahn daraufhin als “übertrieben” und “kleinkariert”, während der Pressesprecher des HVV, Rainer Vohl, laut des Abendblattes erklärt:

“Wer total rechtmäßig sein will und die Bahn mit seinem Fahrrad um 09:01 Uhr nehmen möchte, darf erst ab neun Uhr auf dem Bahnsteig im fahrkartenpflichtigen Bereich stehen.”

Nichtsdestotrotz betont die Hochbahn Hamburg, die ein Teil des HVV ist, dass die Bewertung der Lage von den jeweiligen Kontrolleuren abhängt und es einen Ermessensspielraum gibt. Wenn die Entscheidung des Kontrollierenden als unrechtmäßig eingestuft wird, kann Beschwerde eingelegt werden.

Das hat Brems getan – allerdings ohne Erfolg, denn da er keine Rechtsschutzversicherung besitzt, muss er nun das Bußgeld zahlen. Als eigentlich “großer Fan der öffentlichen Verkehrsmittel” ist er angesichts des Ausgangs der Geschichte fassungslos. Die einzige Erkenntnis, die er aus ihr ziehen konnte, ist bis genau neun Uhr oben an der Treppe zu warten und dann in “einem halsbrecherischen Akt mit dem Rad die Treppe runterzustürzen.” In diesem Sinne: allzeit gute Fahrt!



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