Deutschland ist bekannt für Pünktlichkeit und eine gewisse Qualität – eben “Made in Germany”. Als Kanzlerin Angela Merkels Flieger zum G20-Gipfel nach Buenos Aires ausgefallen ist, war ihre Verspätung deshalb besonders peinlich. Der Schein trügt offenbar – nicht nur wie dieses Beispiel zeigt. Deutschland hat viele Baustellen. Nun kann man sich natürlich fragen: Werden mit unseren Steuerngeldern nicht immer die richtigen Prioroäten gesetzt?

Ewige Baustellen

In jeder Großstadt gibt es besonders im Zentrum stets eine Baustelle, die bei der Autofahrt eingeplant werden muss. Umleitungsschilder sind fast so dauerhaft wie Ortsschilder und Staus sind in unserem Pünktlichkeitssystem fest integriert. Laut der BILD liegt der Investitionsrückstand bei knapp 40 Milliarden Euro, wovon vor allem Brücken betroffen sind. Die ganzen Staus, die dadurch verursacht werden, rechnen sich auf einen Zeitverlust im Wert von 80 Milliarden Euro – doppelt so viel Geld, wie nötig wäre, die Schäden zu beheben.

Der Zeitverlust durch Staus beläuft sich in Deutschland auf 80 Milliarden Euro.
Symbolbild: Imago



Schulen ohne Lehrer

2018 hat Deutschland mit einem Mangel von 40.000 Lehrern zu kämpfen, heißt es in der BILD. Bis 2025 steigt die Zahl laut der ZEIT auf 200.000. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Grundschulen, Förderschulen und berufliche Schulen, da diese schlechter bezahlt werden, wogegen es Gymnasien relativ gut geht.

Der Erziehungswissenschaftler Peter Struck plädiert dafür, den Numerus clausus zu streichen, der beispielsweise in Hamburg in Deutsch, Englisch und Politik bei 1,2 liegt.

Bis 2025 mangelt es den Schulen um 200.000 Lehrer.
Symbolbild: Imago

Peinlich: Rückschrittliche Internet-Bandbreite

Das Glasfasernetz ist immer noch rückschrittlich. Deutschland ist laut BILD international auf Platz 25 von 200 und liegt zum Beispiel hinter Rumänien und Lettland. Auch die LTE-Netze verlieren gegen Länder wie Peru und Pakistan auf dem Platz 32.

Die Breitband-Förderungsmittel wurden zu spät eingesetzt. Jetzt verfehlt Deutschland alle Ziele, die sich der Staat bezüglich schnellen Internets gesetzt hat. Beispielsweise hieß es vor vier Jahren in der Großen Koalition, dass bis Ende 2018 alle Haushalte mit schnellen Internetleitungen versorgt sein sollten. Laut der Tagesschau ist nur jeder zweite Haushalt auf dem Land mit 50 Mbit-Leitungen ausgestattet.

Schon jetzt steht fest, dass die Breitbrandziele bis 2025 nicht erreicht werden.
Symbolbild: Imago

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