Wie eine Langzeitstudie der Universität Leipzig herausgefunden hat, vertritt jeder Dritte in Deutschland ausländerfeindliche Ansichten. Ausschlaggebend für eine radikale Gesinnung ist laut der Untersuchung vor allem ein autoritärer Charakter. Besonders potentielle Wähler der AfD sind antisemitisch eingestellt. 

Ausländerkritische bis -feindliche Aussagen erfahren Unterstützung

Etwa jeder Dritte in Deutschland vertritt ausländerfeindliche Positionen. Das ging jetzt aus einer Langzeitstudie der Universität Leipzig hervor, an der im Mai und im Juni 2416 Menschen im Alter von 14 bis 93 Jahren teilnahmen und die sich mit autoritären und rechtsextremen Einstellungen befasste. Demnach würden vor allem die Menschen im Osten derartige Ansichten teilen. So unterstütze fast jeder Zweite von ihnen (47,1 Prozent) die Äußerung “Ausländer nutzen den Sozialstaat aus”, der wiederum 36 Prozent der Gesamtdeutschen zustimmen. Mehr als ein Viertel der Studienteilnehmer würden Ausländer zurück in ihre Heimat schicken, wenn die Arbeitsplätze in Deutschland weniger werden.

Ungefähr ein Drittel aller Deutschen vertritt ausländerfeindliche Positionen. Symbolbild: imago/Ralph Peters

Wie die Tagesschau berichtet, hielten ebenfalls 36 Prozent der Befragten die Bundesrepublik für bedrohlich überfremdet. Mehr als die Hälfte fühlte sich angesichts der Zahl der muslimischen Bürger als “Fremde im eigenen Land”. Vor acht Jahren waren es 33 Prozent gewesen. Wie die FAZ berichtete, haben aktuell rund sechs Prozent der Deutschen eindeutig rechtsextreme Einstellungen.

Dieser Wert ist zwar höher als in den Jahren zuvor, liegt aber noch merklich unter dem ersten gemessenen Wert von 9,2 Prozent im Jahre 2002. Insgesamt gingen im Vergleich zum Jahre 2016 antisemitische Einstellungen leicht zurück, wohingegen die Abwertung der Sinti und Roma zunahm. Demnach hätten 56 Prozent der Deutschen Probleme mit dieser Ethnie.

 

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