Ein Vermisstenfall in Sankt Augustin (NRW) hat ein dramatisches Ende genommen. Wie mehrere Medien und die Polizei übereinstimmend berichten, ist eine 17-Jährige am Sonntagabend gegen 19.45 Uhr tot in einer Flüchtlingsunterkunft der Stadt Sankt Augustin, circa neun Kilometer nordöstlich von Bonn gefunden worden. Ein 19-jähriger Verdächtiger hat die Tat inzwischen gestanden.

Täter und Opfer kannten sich über das Internet

Zunächst ging die Polizei am Montag, 3. Dezember, davon aus, dass die Jugendliche ermordert wurde. Dabei schlossen die Beamten eine Beziehungstat nicht aus. Eine Mordkomission ermittelte in dem Fall, ein Verdächtiger 19 Jahre alter gebürtiger Kenianer mit deutschem Pass wurde festgenommen.

Wie die Beamten am Montagnachmittag mitteilten, hat der Jugendliche die Tat gestanden. Die Bonner Staatsanwaltschaft beantragte einen Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen. Offenbar war zwischen den beiden ein Streit ausgebrochen. Der zuständige Haftrichter erließ in den Nachmittagsstunden gegen den 19-Jährigen Haftbefehl wegen Totschlags.

Der Mann lebte in einer Flüchtlingsunterkunft in einem Zimmer als Wohnungssuchender und wartete auf eine Wohnung, die ihm zugewiesen werden soll.

 

Der Mann gab im Laufe der Ermittlungen gegenüber den Beamten an, dass sich die vermisste 17-Jährige leblos in seiner Wohnung befinden würde. Die Einsatzkräfte fanden die Jugendliche in dem Zimmer des Mannes. Der alarmierte Notarzt konnte vor Ort nur noch den Tod feststellen.

Ihre Eltern hatten die Teenagerin am Freitagmittag als vermisst gemeldet. Einem WDR-Bericht zufolge hatte sie eine Freundin besuchen wollen, kam dort aber nie an. Mit dem Handy habe sich das Mädchen in den zwei Tagen nach seinem Verschwinden mehrmals bei Bekannten gemeldet, hieß es unter Berufung auf die Polizei.

Insgesamt sollen laut Medienberichten 150 Polizisten, 120 Feuerwehrleute und die Wasserrettung der DRLG nach ihr gefahndet haben. Ebenso suchten Taucher im Sieglarer See, den das Technische Hilfswerk ausleuchtete. Eine Drohne mit Wärmebildkamera und eine Hundestaffel kamen zum Einsatz, sowie ein Hubschrauber der Bundespolizei. Bürgermeister Klaus Schumacher (CDU) machte sich vor Ort ein Bild der Lage.

Spaziergänger entdeckten erste Hinweise

Spaziergänger hatten die Handtasche sowie die Kleider des Mädchens nahe des Sees gefunden. Hinweise führten die Ermittler schließlich zu der Leiche. Die Flüchtlingsunterkunft liegt etwa drei Kilometer entfernt von dem See. Die Unterkunft liegt in einem schlecht ausgeleuchteten Gewerbegebiet neben einer Bahntrasse.